Innerstaatliche politische Konflikte und die Anerkennung kultureller Besonderheit. Der Beitrag Will Kymlickas multikulturalistischer politischer Theorie zur empirischen Konfliktforschung

Autor/innen

  • Nina Stéphanie Guérin Ludwig-Maximilians Universität München

DOI:

https://doi.org/10.15203/ozp.1905.vol46iss3

Schlagwörter:

Kulturelle Vielfalt, kulturelle Konflikte, Multikulturalismus, politische und soziale Anerkennung, gruppenspezifische Rechte

Abstract

Die multikulturalistische politische Theorie von Will Kymlicka, die sich mit den Bedingungen von „guter“ Demokratie in kulturell heterogenen Gesellschaften befasst, formuliert zwei zentrale Forderungen: Die Forderung nach sozialer sowie politischer Anerkennung kultureller Minderheiten. Wie relevant sind diese Anerkennungs-Maximen im Kontext innerstaatlicher Konflikte? Ziel dieser Arbeit ist es, Ansätze der multikulturalistischen Theorie und der empirischen Konfliktforschung in einen Dialog zu bringen. Zu diesem Zweck wurde eine erste Regressionsanalyse durchgeführt. Diese erste tentative empirische Untersuchung generiert drei zentrale Ergebnisse: Von den geforderten Maßnahmen politischer Anerkennung entfalten allein die politischen Repräsentationsrechte die erwartete konfliktmindernde Wirkung. Im Gegensatz dazu haben Autonomierechte keine Wirkung, beziehungsweise eine den Erwartungen entgegengesetzte, also konfliktsteigernde Wirkung. Die Toleranz einer Gesellschaft weist ebenfalls keine konfliktmindernde Wirkung auf. Wichtigste (multikulturalistische) Erkenntnis hierbei ist, sowohl für die Wissenschaft als auch für die mit kulturellen Konflikten befassten Politikpraktiker, dass politische Anerkennungsrechte, wenn überhaupt, erst dann wirkungsvoll sind, wenn sich jene Gruppen, die davon profitieren sollen, auch tatsächlich dadurch anerkannt fühlen.

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Veröffentlicht

2017-11-24

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