Die EU-Permakrise durch die nationale Brille: Eine Blended-Reading-Analyse österreichischer und deutscher Wahlprogramme (2002-2025) mit BERTopic und LLM

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DOI:

https://doi.org/10.15203/4242.vol55.2026

Abstract

Das digitale Zeitalter hat umfangreiche Datensätze hervorgebracht, die die Kommunikation von politischen Akteuren, Medien und Zivilgesellschaft dokumentieren und auf eine Verlagerung des politischen Diskurses hin zu digitalen Plattformen hindeuten. Wahlprogramme werden beispielsweise in erster Linie online über Wahlkampf-Websites verbreitet. Die Verfügbarkeit solcher Daten hat sich aufgrund der Fortschritte bei algorithmusbasierten Methoden zur Erfassung, Speicherung und Analyse großer Mengen digitaler Daten verbessert. Ein größeres Datenvolumen bringt jedoch auch eine erhöhte Komplexität mit sich. Dies führt zu methodischen Herausforderungen bei der Erfassung, Vorverarbeitung und Analyse. Um diese Probleme anzugehen, schlägt unser Beitrag einen „Human-in-the-Loop”-Blended-Reading-Workflow vor, der BERTopic mit einem Large Language Model (LLM) kombiniert und anhand einer Fallstudie zu den deutschen und österreichischen Parlamentswahlen zwischen 2002 und 2025 demonstriert wird. In diesem Zeitraum fanden Wahlen vor dem Hintergrund mehrerer Krisen statt, welche die innere Sicherheit und die demokratischen Grundlagen der Europäischen Union bedrohten. Der Begriff „Permakrise” wird in der wissenschaftlichen Debatte verwendet, um diesen anhaltenden Krisenzustand und die damit verbundenen Herausforderungen zu charakterisieren. Mit unserem explorativen Ansatz untersuchen wir, welche Themen von den österreichischen und deutschen Parteien in ihrer Kommunikation durch Wahlprogramme angesprochen werden. Dies ermöglicht uns, Verbindungen zu Ereignissen der EU-Permakrise in den nationalen Parteiprogrammen nachzuzeichnen. 

Autor/innen-Biografien

  • Florence Ertel, Universität Passau

    Florence Ertel is Researcher Jean-Monnet Chair of European Politics and the Chair of Political Communication with a Focus on Eastern Europe and the Post-Soviet Region, both University of Passau, Germany. In addition, she is a lecturer at the Bucharest University of Economic Studies, Romania. Her research focuses on Political Communication, Propaganda, the EU’s external relations with countries in Eastern Europe, the Southern Caucasus and Central Asia, and the Common Security and Defence Policy. Before joining academia, the trained journalist worked for Passauer Neue Presse and Bayer AG.

  • Sebastian Gassner, Universität Passau

    Sebastian Gassner is a researcher at the Chair of Computational Humanities at the University of Passau, focusing on digitisation methods in the field of cultural heritage, and natural language processing. He studied Art and Technology at Chalmers University in Gothenburg, Sweden, and is a lecturer for programming. Besides his academic career, he has been working as a Software Engineer for two decades, with a strong focus on problem gambling, large-scale data integration, optimisation and software architecture.

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Veröffentlicht

2026-03-26

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Rubrik

Forschungsartikel